da.zwischen

Es ist schon paradox auf diesem Blog zu schreiben und nicht auf meinem alten. Oder auch nicht, weil es nun so ist. Übernommenes Leben. Ich bin da und fange wieder von vorne an, so fühlt es sich immer wieder an. Herbst und Winter fast komplett verpasst, okay, aber ich tu so als wär ich dabei gewesen, nutze das Wissen und die Fakten und verhalte mich so, dass niemand was merkt und fühle mich wie eine Schauspielerin, fühle wie ich “für alle” das Richtige tue während mein Leben ganz anders ausgesehen hat und aussehen würde. Die Einsamkeit ist und bleibt am prägendsten. Kein Wunder, wenn ich so tue als ob. Wie soll es dann auch möglich sein gesehen zu werden?
Ich möchte nicht dort hinziehen wofür “wir” uns anscheinend entschieden haben. Bin anscheinend die Einzige, oder ich weiß es nicht, ich hab keinen Zugang, bin nie co-bewusst wie es so heißt und wenn ich da bin, gibts keine Wechsel, tagelang, einfach als würde ich ohne diese Diagnose leben. Und gleichzeitig blockiere ich dadurch alles an therapeutischer Arbeit, die für “die anderen” wichtig ist. Ich versuch die Tagesstruktur so einzuhalten, es steht alles auf den Zetteln was für diese Woche wichtig ist. Ich mach einfach. Vielleicht sollte ich mehr mein eigenes machen, ich weiß nicht mehr was das ist oder wie ich es mir ermöglichen soll innerhalb der Umstände, in denen ich mich jetzt bewege und mein Leben bestreite. Wenn an den Themen gearbeitet werden soll, müsste ich wieder verschwinden. Und dann frage ich mich wann ich dann wieder auftauche, welche Entscheidungen für mein Leben dann getroffen wurden. Den letzten Umzug habe ich nicht entschieden, ich bin einfach in einer vollkommen fremden Umgebung aufgetaucht und ich hab das Gefühl, seitdem ist alles einfach immer mies, ich schaff es nicht mich zu gewöhnen an dieses Leben. Ich frage mich, ob ich davor einfach nur nicht gemerkt habe, wenn ich nicht da war, obwohl ich das Gefühl habe, dominant im Alltag vorhanden gewesen zu sein – immer. Die Frage erübrigt sich, wenn man ein wenig Ahnung von DIS hat. Und die habe ich inzwischen, ein wenig mehr Ahnung über mich.

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Jeder

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die auf anderen Blogs geschrieben werden

Jeder Satz die Frage “ist das zu viel?“

Jeder Satz das Gefühl was Verbotenes zu tun.

Nicht auffallen.

Die Diagnose nicht offenmachen.

Nicht direkt.

Nicht direkt hier schreiben

Und deshalb nie ganz da sein und schreiben können

Immer drauf achten “ist da was dabei das uns verraten könnte?“

Immer drauf achten, es allgemein zu halten

Diagnose ist hier Thema, erkennt man, nicht zu persönlich werden dabei

Lügner sein, sowieso immer, wenn nicht, wissen wir was passiert

Immer gefangen bleiben

Jeder sein können

Nur nicht wir

Alles was hier steht und nicht stehen darf, stehen lassen

Stehen lassen, stehen lassen

Unsere eigene Regel

Wir werden

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Chaos oder so

Wir drehen durch wegen des geplanten Umzugs. Weiß nicht wie man das schaffen soll. Einer hat total den plan wie alle mitgehen sollen aber nich dahin wo wir hinziehen wollen oder sollen und wie alle manipuliert werden. Aber es wollen nich alle mitgehen, naja. Wir drehen durch, bin heute so lange und doll aus Wut und Angst gesprungen das meine Füße weh tun, ich konnte nich aufhören, war so verzweifelt und ich glaube wir schaffen es nie das wir nich zu viel sind, sogar therapeuten sagen immer wieder sie wissen nich weiter mit uns und helfer sind überfordert und haben angst glaube ich vor uns. Eine meinte mal wenn wir ausrasten dann wie in diesem film mit dem Mädchen, systemsprenger, so is das dann. Keine ahnung, ich glaube es wird nie so mit uns das wir ok sind und ich versuch alles besser zu machen und will ein besserer mensch sein und auch erwachsener werden und vernünftig und manchmal schaff ichs schon aber dann wenn was richtig schlimm is, geht es nich mehr und wegen dem umzug sind andere jetz überzeugt davon was zu machen weil denen was eingetrichtert wurde mit schlimmem wohl, das wir auf keinen fall hier wegziehen dürfen und von manchen menschen nich weg, hab sowas nich erlebt. Ich will wenigstens helfen und ich mach auch diesen plan nich mit, will endlich mal für was gut sein. Ich will nich mehr ausrasten, andere rasten wohl auch aus, und dann is es sehr viel das ausgerastet wird

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Keine von vielen

Manchmal ist die Einsamkeit so schlimm. Wenn wieder Wochen weg sind und man mit Menschen spricht, die einem nahe stehen und sie haben das Außen mitbekommen, und dann geht es darum und nicht um mich. Ich möchte alleine sein, und alleine zu jemandem eine Beziehung haben, ich möchte, dass es auffällt, wenn ich weg bin und nicht, dass meine Bezugspersonen dann eben mit jemand anderem sprechen, auch egal, ob ich da bin oder nicht. Es tut so weh und ich fühle mich so alleine und einsam, will das Alte zurück wo ich wenigstens nicht wusste, dass da noch Andere sind, wo wenigstens das Gefühl von 1:1 Beziehungen vorhanden war. Ich will meine Familie zurück und meinen Alltag. Ich will, dass auffällt, wenn ich nicht da bin. Ich will keine von vielen sein. Ich will das alles einfach nicht, auch wenn es nichts bringt das nicht zu wollen.

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Alles falsch und richtig

Ich verstehe wie groß der Schutz hier sein muss und gleichzeitig, dass wir an Kraft gewonnen haben. Ich realisiere wie schlimm es hier war und ist während ich hier bin und war nicht drauf vorbereitet, dass es die Hölle sein wird und ich keine Sekunde hier glücklich sein werde. Aber die Spaltung muss nicht wieder so groß sein wie vorher, ich kann all das fühlen und das wäre nicht möglich ohne die anderen. So stark sind wir geworden.

Wir sind da, darauf möchte ich vertrauen. Manchmal vergesse ich, dass auch ich nur Teil eines Ganzen bin und die anderen durchaus Kompetenzen haben.

.. schrieb Jemand Mitte Dezember. Die Spaltung muss mittlerweile wieder größer sein, diejenige fühlt es nicht mehr, wie schlimm das alles ist. Und ich, generell fühle ich nicht (mehr) viel. Meine Mimik oft eingefroren. Heute bin ich durch den Park und dachte.. ich fühle mich so leer.. irgendwie.. dieses Gefühl kenn ich gar nicht wirklich.. aber ja, so wie eine Hülle, nicht ganz, vielleicht einfach eher gefühlsarm und irgendwie nichtssagend. Und das war schön. Ich finde es schön mich so zu fühlen, man kann dann einfach so vor sich hinleben, ohne viel Aufwand. Aber “ich“ stand auch zwei Stunden vorher am Wasser und habe ein bisschen zu lange dort gestanden, ein bisschen zu weit weg vom Leben, ein bisschen zu sehr ohne Verbindung, ein bisschen zu müde. Donnerstag sehen wir uns wieder, “ich“ hab’s versprochen und ich bin so ein hoffnungsloser Bindungsmensch und sowas hält mich, also halte ich uns, bin in der Abgrenzung ein bisschen besser als manch andere.

Sonst war ich immer so gar nicht leer, sondern voller Leben. Und jetzt, wo ich mehr weiß, weiß, dass dieses “volle Leben“ nur Schein war, nur ein Teil und vor allem auch einer der Teile, die es ermöglicht haben, dass hinter der Bühne die Horrorshow läuft, da fühle ich mich leer. Vorher war’s gefühlt alles ein Ganzes und jetzt .. irgendwie nicht mehr.

Das ist das Programm, würde meine Therapeutin sagen. Ist mir egal, ich bin müde von all dem. Ist mir egal, ob das von anderen ist, die konditioniert oder programmiert oder was auch immer sind oder “einfach so“ sterben wollen (wer will schon “einfach so“ sterben, niemand wahrscheinlich) oder ihre Rollen und Aufgaben ausführen müssen, welche auch immer das sind. Ich möchte Ruhe und Leben und wenn das nicht geht, diese Ruhe woanders. Ich möchte Sinn und Leben und ich war immer bereit dazu, diesen Sinn im Leid zu finden, ich weiß nicht, ob das immer noch so ist. Ich glaube, wirklich wegzugehen aus dieser Umgebung wo auch große Teile meiner Familie noch lebt.. wahrscheinlich ist das, zumindest für mich, das was eigentlich los ist. Ob Programm oder einfach mein Herz, nur meins… beides. Alles. Alles daran fühlt sich falsch und richtig an.

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Überleben

Es geht um Suizidalität.

Es ist das Gefühl nichts zu verlieren, wenn ich jetzt gehen würde. Das Gefühl, zu müde zu sein. Die Frage was das für ein Leben ist mit diesem Kampf jeden Tag. Die Frage, ob das ein Leben ist. Das ist es. Ein Leben. Die Frage, ob es mir das wert ist. Der Wunsch glücklich zu sein und gleichzeitig ist es, kein Ende der Anstrengungen zu sehen. Der Wunsch den Rest des Lebens nur noch an einer Stelle auf dem Bett zu sitzen und die Wand anzustarren. Der Gedanke wie es wäre, hätte ich es irgendwann mal durchgezogen und mich umgebracht. Mich nicht wieder und wieder für das Leben entschieden. Die Sehnsucht nach Ruhe und das Gefühl, diese kommt nie.

Jede suizidale Krise birgt das gleiche Risiko wie jede vorherige. Es ist ein Trugschluss zu denken, es würde Stärke aus der Krise entstehen. Und dass man gewappneter sei für die nächste. Die Mechanismen, was für welche auch immer, wirken immer und zuverlässig und lassen mich all diese Dinge fühlen, Intensität nicht abgeschwächt. Und jedes Mal ist es der gleiche Kampf, die gleichen Fragen. Woher kommt das? Ist es meine Suizidalität? Kommt das von jemand anderem innen? Ist es Verzweiflung? Kommt es aus mir heraus? Ist es gemacht? Ein Programm? Bin ich absprachefähig, habe ich noch die Kontrolle? Wie schaffe ich es zu überleben? Möchte ich das? Und wenn nicht, möchte ich wirklich nicht oder ist das Teil des Symptoms und der Dynamik?

Und dann, wenn ich mich entscheide durchzuhalten, was kommt dann? Lohnt sich das? Geht die Kosten-Nutzen-Rechnung auf? Geht sie nie.

Für 2021 habe ich zwei Hauptziele, die eng miteinander in Verbindung stehen. Umziehen und überleben. Heute ist der 5. Januar und ich “struggle hard“ wie man so sagt. Von dem was ich an Informationen habe weiß ich, dass es verboten ist hier wegzugehen. Ich dachte, wird schon nicht so schlimm und hab falsch gedacht. Wird dazu noch viel früher schlimm als ich dachte und dazu wenig Wissen wen es alles betrifft innen, unbekannte Namen, nicht zuordbare Infos. Es ist nicht nur Suizidalität. Die Magersucht, die beinah vor 15 Jahren ihren Höhepunkt besaß, schleicht sich seit einigen Wochen wieder ein. Ein wenig im Essverhalten – vor allem im Fühlen, im Denken. Jemand innen möchte sich zu Tode hungern wegen des Umzugs. Aus Traurigkeit und Verzweiflung glaube ich, bin nicht sicher.

In einem meiner liebsten Bücher steht, wenn man einen (sehr hohen) Berg besteigt muss man sich vorher selbst programmieren (kein traumamäßiges programmieren selbstverständlich). Man muss dieses Programm durchziehen, essen, trinken, weitergehen, egal wie müde man ist, egal wie sehr man anhalten möchte, egal wie die eigene Befindlichkeit ist, sonst stirbt man. Ich brauch so ein Programm für dieses Jahr. Ich schreib mir eins.

Und dann geht es wieder los und mein Kopf fragt sich “Will ich das wirklich? Eins zum Überleben?“ Will ich mir Mut machen, um kurzzeitig weitermachen zu wollen? Kann aus dem kurzzeitig ein langzeitig werden? Und in mir das Gefühl, endlich alle gemeinsam Wir sein zu können im Tod. Immer dieses Gefühl, dass wir dann endlich alle innen vereint sind, wie eine Utopie, eine Vision vom Paradies. Und wieder die Frage: Woher kommt das? Von wem kommt das? Aus mir heraus? Gemacht? Und dann die Müdigkeit vom ständigen Suchen nach Antworten, Ringen um Informationen und ums Verstehen, um Erleichterung zu fühlen.

Erleichterung. Die Gedanken an Regen und Wind, Natur und ein Leben ohne dieses Ringen, ein Leben ohne Kampf, ein einfaches Leben, die bringen mir Erleichterung. Mir, nicht unbedingt anderen innen. Weshalb ich nicht vorbeikomme an der Suche, am Kampf, am Ringen. Weshalb ich es anspreche, wissend dass unweigerlich die Frage nach der Absprachefähigkeit kommt. Wissend, dass beide Seiten immer mit einem Restrisiko leben müssen, egal wie stabil die Absprachefähigkeit ist. Wissend, dass dies ein großes Einsamkeitsgefühl auslösen wird.

Es gibt nichts Schönes zum Abschluss und kein “Es wird gut“. Das ist nicht die Realität. Die Realität ist die Einsamkeit. Die Realität ist die Angst bei den Menschen, denen man sich anvertraut. Die Realität ist keine Ruhe und Ausruhen, keine Erleichterung und wenn diese doch erreicht werden sollte, wird sie kurzzeitig sein.

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Nächte

Seit 3 Monaten lauf ich beinah jede Nacht raus. Erst kommen die Körpererinnerungen, dann die Alpträume und Flashbacks, meine Schreie, von denen ich wach werde, der Drang rausgehen zu müssen. Mal so drängend, dass Schuhe anziehen nicht mehr klappt. Mal im Hintergrund, so dass ich mich in Ruhe anziehen kann, trotzdem unbezwingbar.

Ich sitze im Hausflur. Oder stehe draußen. Eine halbe Stunde oder drei oder fünf Minuten.

Mein Brustkorb fühlt sich an als würde jemand raufdrücken. Es fühlt sich an als würden die Knochen aneinanderreiben.

Ich bin unendlich müde, aber kann und darf nicht reingehen.

Jemand sagt “Ich möchte nach Hause“. Und ich sehe mir stundenlang Fotos an, fühle wie mein Körper nicht vor Ort, sondern dort ist.

Möchte nichts anderes machen als mich wegzufühlen. Keine Zukunft, keine Vergangenheit, nicht mal eine Gegenwart, gerade diese nicht. Wegfühlen.

Ich seh mir jedes Foto an.

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Anders

Wenn man Gerüche bewahren könnte, wäre das schön. Ich sauge den Geruch ein, habe Angst, er wird verschwinden und mit ihm die Erinnerung. Wird sie nicht.

Wir stehen draußen, sehen in den Himmel und ich sage “Sie sind hier, in uns drin“ und wir üben uns im Durchhalten, im Verbindung halten zu den Menschen und der Umgebung, die nun nicht mehr um uns rum sind, jeden Tag schmerzlich fehlen. Wie gut, dass wir Menschen und eine sichere Umgebung haben, die uns fehlen können.

Manche von uns weinen, manche nehmen den Telefonhörer in die Hand, manche stehen stundenlang auf einer Stelle, manche fühlen einen Verlust, manche einen Gewinn, manche sagen laut “danke danke danke“ und lächeln dabei. Manche sind froh, wieder hier zu sein und doch ist Hiersein anders. Wie anders, ich weiß es nicht.

Anders als vorher. Anders als ich vorher? Anders als wir vorher? Im Außen, im Innen? Anders als vorher ohne Klinik? Vorher ohne diese zwischenmenschlichen Begegnungen? Vorher ohne raus aus der alten Umgebung zu sein? Vorher ohne gefühlte Sicherheit bei einigen? Vorher ohne innere Positionsveränderungen bestimmter Personen? Vorher ohne….

Viele mögliche Vorhers.

Es ist anders. Wir sind anders. Wir finden uns zurecht, gehen langsam aufeinander zu, linsen über die wieder höher gewordenen Barrieren. Für manch andere scheinen sie hier wieder zu sinken. Nach anfänglichen Schwierigkeiten finden wir uns auch hier wieder zurecht – gefangener in uns, zwingend funktionaler, abgespaltener, härter. Und doch: Nicht so sehr wie befürchtet. Die, die hier gebunden sind, ich glaube manche sind bereit in Kontakt zu gehen, tauchen langsam wieder auf.

Es ist nicht mehr so, dass es nur noch ein Gegeneinander ist. Innenpersonen aus verschiedenen Gruppen/Kontexten scheinen sich zumindest aus der Ferne mal zu beäugen. Vorsichtig.

Wir sind anders. Das muss nichts Schlechtes sein. Auch wenn es schwierig ist wieder in der alten Umgebung zu sein, vielleicht ist es eine Chance, diese Zeit hier noch. Für uns. Um aufeinander zu achten, aufeinander zu vertrauen. Dass die, die sich hier nicht sicher fühlen von denen an die Hand genommen werden, die hier bereits äußere Sicherheit erfahren haben. Und wenn wir wegziehen werden, in meiner (wahrscheinlich naiven) Wunschvorstellung dann andersrum.

Was mit denen ist, die noch ganz woanders sind, das bekommen wir gerad jetzt zum Jahreswechsel mit und immer, wenn jemand täternahes seine/ihre Position verlässt. Ich möchte, dass wir aufeinander aufpassen. Und irgendwo muss man ja anfangen…

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Dieses Wir in uns bewahren

Was wir hier erfahren dürfen an Menschlichkeit, Zwischenmenschlichem und Fachlichkeit ist weitaus mehr als ich erhofft hatte. Bevor wir los sind, schrieb jemand “vielleicht ist das schon der nächste Schritt in unsere Freiheit“. Das ist es. Ein Umzug aus der alten Umgebung wird greifbarer. Vor der Klinik scherzte ich noch darüber, dass ich wahrscheinlich nur wiederkommen würde, um meine Sachen zu holen. Ganz so drastisch wird es nicht, aber es ist keine Idee mehr, wir unternehmen die nächsten notwendigen Schritte. Auch wenn es für mich nicht so schwierig ist, weiß ich, dass es innen viel auslöst.
Ich wünsche mir, dass wir durchhalten. Es wäre utopisch zu denken, in der alten Umgebung müssten wir uns nicht wieder mehr schützen. Ich habe Sorge, dass täternahe Innenpersonen, die es hier geschafft haben, ein Fragezeichen aufkommen zu lassen, dieses wieder verlieren. Ich habe Sorge, dass wir wieder härter werden müssen, wenn wir zurück sind. Und wünsche mir, dass wir in uns das Gefühl bewahren können wie wir hier sein dürfen und können. Wie eine Kerze, die weiterbrennt, um uns daran zu erinnern, dass wir dort wegkommen werden.
Mir war nicht klar wie schlimm diese ganze Umgebung ist, hatte es vergessen, musste das wohl notwendigerweise, werde es vielleicht auch wieder, wenn wir wieder dort sind – damit es aushaltbar bleibt. Doch bin ich unglaublich dankbar zu wissen, dass etwas anderes möglich ist und sein wird. In manchen Momenten überkommt es mich und dann sitz ich hier und weine, weil ich nicht wieder zurück will in dieses Alte und Angst habe wie wir dort wieder sein könnten, und weil daneben diese Dankbarkeit tief in meinem Herzen fühlbar ist.

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Es ist gut

Die 5. Woche und es ist ok. Es ist gut. Ich bin nicht viel da, aber ich bin dankbar für diesen Ort. Die anderen profitieren sehr, wir sind hier anders aufgestellt und stellen uns anders auf, lernen uns neu kennen und Innenpersonen, die sich hier in Entfernung zum alten Umfeld erst sicher genug zu fühlen scheinen, um sich (uns) zu zeigen.

Ich trauere. Dafür brauche ich keine Therapie, dafür brauche ich Raum und Zeit, auch ein bisschen Verbindung. All dies habe ich hier und wenn nicht hier, dann entsteht die Verbindung übers Telefon.

Es gibt nicht viel zu sagen, wir sind bei uns. Es ist gut.

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