Ein sicheres Chaos

Wir machen Fortschritte und xy war tapfer. Weil wir Fortschritte machen und mehr aufeinander aufpassen, fahren wir dahin wo es sicher ist. Das klappt viel besser, wenn man es so macht, dass nicht einer nur was alleine macht, sondern wenn einer was nicht kann, kann dann der andere helfen oder der andere kann weg und dann macht jemand anders das. Nur ist das ganz schön anstrengend, weil dann so viel Hin und Her ist und ich glaube für manche, die vor allem immer alleine sind sonst, denen wird dann schlecht und die haben Angst. Aber heute hat es ganz gut geklappt, zwar so, dass einer hierhin gesprungen ist und der andere dahin ohne richtig abzusprechen, aber so dass es sicher war. Sonst war immer ganz lange so, dass es so ohne Kontrolle war wie es nicht sicher war, das war extra so ein Chaos darauf ausgerichtet, und heute war es das Gegenteil. Das find ich gut.

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Ein kleines Stück Selbstbestimmung

5 begonnene und nicht veröffentlichte und ein gelöschter Beitrag haben sich im Laufe des Junis angesammelt. Ein Wir scheint so verboten zu sein, innen und außen, dass es kaum möglich ist hier zu schreiben.

Ein baldiger Klinikaufenthalt, für den wir uns zwar noch nicht ganz entschieden haben, der aber von Klinikseite fest eingeplant ist, macht es nicht leichter ein Wir zu erlauben, sondern im Gegenteil: Der Druck normal zu sein, zu verleugnen, zurückzugehen, dysfunktionale Kontakte aufzunehmen, sich selbst zu schaden steigt dadurch. Die Meinungen gehen in verschiedene Richtungen. Dieser Druck scheint ein Zeichen dafür zu sein, dass es sinnvoll wäre dort hinzugehen, gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass in einer Klinik die inneren Barrieren wieder höher gezogen werden. “Klinik als perfekter Ort, um nach außen Therapie zu machen und Hilfe zu holen und innen Täterschutz zu betreiben“ hat jemand als Befürchtung benannt. Also wurden von jemand anderem Bedingungen aufgeschrieben unter denen wir den Klinikaufenthalt antreten sollen.

Schon jetzt während des Schreibens treten bestimmte Symptome ein, weshalb ich es an dieser Stelle abbreche den Beitrag zu schreiben, ihn aber nicht zu den anderen platziere, sondern ihn so unfertig veröffentliche.

Keine Lust auf komplette Fremdbestimmung..

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Wenn ich..

..dann dasitze und Krokodilstränen vom Gesicht auf meine Oberschenkel fallen während ich eine E-mail schreibe und dran denk, dass ein Abschied von diesem Menschen irgendwann kommen wird und ich fühle, dass das gar nicht so sehr Trauertränen, sondern Dankbarkeitstränen sind, dann fühlt sich in meinem Herzen irgendwas richtig an und heile. Durch diese Bindung habe ich so viel gelernt in den letzten Jahren und ich danke mir selbst, dass es nie eine Option für mich war aufgrund traumatischer Bindungserfahrungen mich gegen neue Bindungen zu entscheiden. Ich weiß, dass Menschen abgrundtief böse sein können und glaube an das Gute im Menschen. Ich möchte vertrauen und entschließe mich immer wieder dazu.

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Zeit fürs Zerfleddert-Gefühl

Heute saß ich im Park und sagte mit einem Lachen “Hey, ich bin voll die gute Patientin, ich kann schon alles, ich weiß wie man ein leichtes Leben lebt“. Ich fühlte mich gesund, ganz. Ich sagte “Ich fühle mich nicht zerfleddert“ und meinte es so. Dass das ein Zeichen dafür ist, dass die Barrieren zu anderen in mir wieder höher sind, verstehe ich nicht immer sofort und möchte es auch nicht immer sofort verstehen, denn sich so gesund und ganz zu fühlen fühlt sich ziemlich gut an. Erst als es um eine Entscheidung ging, die ich getroffen hatte und die therapeutische Meinung diesbezüglich war, dass diese Entscheidung nur so ausfallen sollte, wenn ich dies vorher mit den anderen besprochen hätte und gemeinsam entscheiden würde, wurde schnell deutlich wie fragil dieses Gesund-Gefühl ist und wie bedroht durch die alleinige Erwähnung von Innenkommunikation. Ich reagierte erst patzig, ging über in den Fluchtmodus und schließlich endete es mit Tränen. Vor wenigen Wochen noch wäre ich wesentlich cooler geblieben, wäre weiter auf Abstand geblieben, das Gesund-Gefühl wäre standhafter geblieben – ein Fortschritt also, dass es sich so schnell bedroht fühlt, wenn der Schein auf das Sein trifft. Es ist nicht verkehrt, sich gesund zu fühlen, es ist ja sogar erstrebenswert sich heile zu fühlen – doch kann es auch, wie in meinem Fall, dafür genutzt werden, um Wahrheiten zu verleugnen. Das Gesund-Gefühl verdient demnächst einen eigenen Beitrag.

Jetzt liegt vor mir unser Kommunikationsbuch, aufgeschlagen und eine Frage hineingeschrieben. Und ich fühle mich wieder gesund, ganz, nicht zerfleddert. Nur unendlich einsam – ein Gefühl, das mich begleitet seit ich denken kann. Bisher konnte ich dieses Gefühl gut aushalten, indem ich reisen gegangen bin und viel umgeben war von anderen Menschen. Mein Fokus lag so viel es ging im Außen, im “leichten Leben“. Jetzt sind meine Lebensumstände anders und etwas in mir, das ich kaum hören kann und möchte, sagt mir, dass jetzt die Zeit ist, um mich zerfleddert zu fühlen. Nicht für immer, aber erstmal. Ich möchte vertrauen und lausche.

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Alles was mein (unser) Herz erreicht

· Baumärkte
· Bed & Breakfasts
· Gras unter meinen Füßen spüren
· Gärten
· Zeitschriften über Landleben und Gartengestaltung
· Häuser (am Meer)
· Psychologie
· Suizidprävention
· Umweltschutz und Nachhaltigkeit
· bewusster Konsum
· das demeter, Bioland und Naturland-Siegel
· Pferde auf einer Wiese
· Frankreich und Paris
· lernen
· Zimmerpflanzen
· in der Sonne auf einer Parkbank sitzen und sonst nichts anderes tun
· Bücher und wie unterschiedlich sie riechen
· Fahrrad fahren
· neue Orte entdecken
· …

Hauptfragen, die helfen eine Verbindung untereinander zu schaffen und uns kennenzulernen sind: Wer mag was? Wem hilft was, wenn es schwierig ist? Wer braucht was, um Halt zu finden?

Manchen fällt es leicht, manche lernen erst nach und nach, dass Positives, Hilfe, etwas mögen und eigene Vorlieben erlaubt sind. Manche müssen erst lernen, dass Leben erlaubt ist und dass das was sie gelernt haben zu mögen in einer gesunden Welt etwas ist, das ihnen schadet. Ich stelle mir vor, dass wir voneinander lernen und aneinander wachsen dürfen.

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Geheimweg

Mit dem Rücken an der Wand sitze ich am Boden und sehe dem Tag dabei zu wie er sich dem Ende zuneigt. Ich spreche nach innen.

“Ich brauche jetzt irgendwen oder irgendwas, der oder das mir zeigt, dass all das wahr ist. Bitte.“

Damit ich weiß, dass ich nicht lüge und dass ich nicht mein Leben zerstöre, sondern aufbaue. Irgendwer der mir helfen kann all das zu glauben, das so unfassbar ist. Irgendwer, der mit mir hier ist. Niemand im Außen, ich brauche uns. Ich brauche genau das Uns, an dem ich verzweifle, von dem ich Angst habe, dass es das wirklich gibt und gleichzeitig, dass es von mir selbst suggeriert ist. Ich glaube an ein Wir, ich (ver)zweifle an dem was sich in den letzten Monaten mehr und mehr offenbart und was das bedeuten würde. Nicht nur für mich, auch für manche Menschen in meinem Leben. Nicht nur für jetzt und die Zukunft, auch für die Vergangenheit.

Woran ich nicht zweifle: Dass Antworten nur in mir selbst zu finden sind. Und ich hab Angst, sie nie zu bekommen. Ich habe so Angst davor, dass ich mir wünsche, der Tag morgen würde nicht mehr kommen. Doch er wird kommen und das ist auch gut so. Weil diese Momente der tiefen Verzweiflung wieder gehen. Und dann kommen sie und dann gehen sie und kommen und gehen und kommen und gehen und ich kann nicht aufhören bis sie eins von beidem nicht mehr tun und hab Angst, dass sie es tun werden und dass sie es nicht tun werden. Und ich hab Angst, dass ich diejenige bin, die sie am kommen oder am gehen hindern muss und mich für das Falsche zu entscheiden.

Ich versuche hinzufühlen was die Wahrheit ist. Aber wie fühlt man die Wahrheit, wenn falsche Wahrheiten in einem vorhanden sind? Jemand von uns schrieb mal, es sei das ganz tiefe Gefühl, das man in sich selbst verstecken musste, das wahr ist. Vielleicht gibt es dahin einen Geheimweg.

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